Kein unbedingt wirtschaftsrelevantes Thema – aber trotzdem ein berichtenswertes Ereignis deutsch-finnischer Beziehungen: Am 26.02.2026 gab der Knabenchor Hannover unter der Überschrift „Knabenchor Hannover & Friends“ in der Markuskirche Hannover ein gemeinsames Konzert mit „Poikakuoro Pirkanpojat“ - dem Knabenchor der Kathedrale von Tampere, einer Wirtschafts-metropole und Universitätsstadt im Südwesten Finnlands.
Pirkanpojat ist einer der größten Musikvereine für Jungen in Finnland. Der 1970 gegründete Chor fördert seitdem junge Talente in der Region Tampere. Mit mehr als 60 Jungen und jungen Männern – von Vorschulkindern bis zu Studenten – hat Pirkanpojat zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen für sein unermüdliches Engagement in der Chorausbildung erhalten. Im Jahr 2007 wurde Pirkanpojat von der finnischen Rundfunkgesellschaft YLE als „Jugendchor des Jahres“ ausgezeichnet, 2020 für seine künstlerischen Leistungen mit dem finnischen Kulturpreis „Majaoja“ geehrt. Sein Repertoire umfasst europäische Sakralmusik, Oper, zeitgenössische und traditionelle finnische Musik sowie Pop-Hymnen und Jazzmelodien.
Unter der Leitung von Jouni Rissanen und am Flügel begleitet von Ville Hautakangas präsentierte „Poikakuoro Pirkanpojat“ ein breit gefächertes Programm mit Werken finnischer, isländischer und deutscher Komponisten. Höhepunkte waren zweifellos die „Finlandia hymni“ von Jean Sibelius und das zum Schluss gemeinsam mit dem Knabenchor Hannover vorgetragene „Locus iste“ von Anton Bruckner. Ein beeindruckender Abend - und ein Gewinn für die finnisch-niedersächsischen Beziehungen.
Es sprachen zum Thema:
S.E. Kai Sauer, Botschafter der Republik Finnland in Deutschland
Oberst Sönke Marahrens, Senior Fellow, Institut für Sicherheitspolitik Universität Kiel
Kati Nyman, Executive Vice President, Corporate Chief of Staff Elisa Group, Helsinki
Sebastian Horzela, Geschäftsführer, Ciphron GmbH
Benjamin Liebe, Security Officer VGH Insurance Group
Begrüßung und Moderation durch:
Tilman Brunner, Leiter der Abteilung International IHK Hannover
Dr. Carl Fredin, Vorsitzender Skandinavischer Wirtschaftsverein e.V.
Kai Sauer, Botschafter Finnlands, gab beeindruckende Einblicke in das finnische Konzept der „umfassenden Sicherheit“ und berichtete über hybride Bedrohungen wie
Oberst Sönke Marahrens, Universität Kiel stellte die Frage: „Wann ist Krieg eigentlich Krieg?“ und zeigte auf, wie Desinformation, Social-Media-Algorithmen und emotionale Manipulation Teil hybrider Angriffe sind.
Sein Fazit: Abwehr und Resilienz gegen hybride Bedrohungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Kati Nyman, Executive Vice President, Elisa Group, erläuterte die zentrale Rolle von Unternehmen im finnischen Sicherheitsmodell
Sie stellte das umfassende Sicherheitskonzept der finnischen Gesellschaft als Grundlage für die Widerstandsfähigkeit vor. Hiernach werden systemrelevante Funktionen in Zusammenarbeit zwischen Behörden, Unternehmen und Organisationen wahrgenommen. Beispielhaft nannte sie die
Lehren aus dem Ukraine-Krieg, hiernach sind u.a. Strom- und Informationsnetze für die nationale Widerstandsfähigkeit sowie die langfristige Vorbereitung auf Worst-Case-Szenarien von entscheidender Bedeutung.
In der anschließenden Podiumsdiskussion teilten Sebastian Horzela (CIPHRON GmbH) und Benjamin Liebe (VGH Insurance Group) wertvolle Einblicke zur Abwehr von Cyberangriffen und berichteten über konkrete Beispiele aus Niedersachsen.
Ein herzliches Dankeschön an die IHK Hannover für die hervorragende Organisation und Gastfreundschaft und die großartige Zusammenarbeit mit dem Skandinavischem Wirtschaftsverein!
Das Event hat eines deutlich gemacht:
Sicherheit in Europa ist eine gemeinsame Verantwortung – und wir alle sind Teil davon!
Das Deutsch-Finnische Wirtschaftsforum 2025 (Hashtag#DFBF25) fand dieses Jahr am 4. und 5. November 2025 in Lübeck unter dem Thema „Resilienz in Geschäftsprozessen und Lieferketten: Lösungen für Industrie, Energie und Logistik” statt. Zahlreiche Fachvorträge, Unternehmenspräsentationen und B2B-Matchmaking-Sessions boten eine hervorragende Plattform für den Austausch zwischen deutschen und finnischen Unternehmen und Organisationen.
Die Vorveranstaltung im Restaurant Meilenstein am 4. November sorgte für einen erfolgreichen Start. Am 5. November folgten spannende Beiträge von Experten und lebhafte Podiumsdiskussionen zu den Themen Industrie und Handel, Energie & Infrastruktur, Häfen & Logistik sowie Cybersicherheit.
Kati Rohbach und Hannele Zilm-Schulz haben zusätzlich noch den Deutsch-Finnischen Hafentag – eine entspannte Veranstaltung mit humorvollen Beiträgen (ja, die Menschen in Schleswig-Holstein haben wirklich Humor! ;-) miterleben dürfen. Vor Ort waren sehr hochrangige Gästen wie dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, dem finnischen Botschafter, Kai Sauer, dem Honorarkonsul, Bernd Jorkisch, und dem Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft. Prof. Dr. Sebastian Jürgens.
Vielen Dank an das gesamte Team der AHK Finnland (immer hochkarätige Veranstaltungen!), das Team von Honorarkonsul Bernd Jorkisch und die Vertreter der Lübecker Wirtschaft (IHK zu Lübeck) und Stadt, darunter Bürgermeister Jan Lindenau und Team, für die hervorragende Organisation.
Gastbeitrag von Markus Majer 11. Oktober 2025
Titel zählen nicht, es gibt weder Drucker noch Fax und man arbeitet weniger: Finnland fühlt sich anders an als Deutschland. Das Leben ist kein ständiger Konkurrenzkampf – das gilt auch für die juristischen Berufe, schreibt Markus Majer.
Bei den Juristen fangen die Unterschiede zwischen Finnland und Deutschland schon früh an. Während in Deutschland jeder Abiturient Jura studieren kann, wenn er das möchte, ist das in Finnland ganz anders: Dieses Jahr bekamen nur rund 3,5 Prozent der Bewerber einen Studienplatz an einer der fünf juristischen Fakultäten.
Wer einmal an der Uni ist, schafft es wegen geringer Durchfallquoten aber auch zum Abschluss. Es gibt kein Examen, sondern man sammelt Punkte und schreibt am Ende eine Magisterarbeit – im Aufbau ist das Studium also an das Bologna-System angeglichen. Trotz der unterschiedlichen Herangehensweise sind generelle Qualitätsunterschiede zwischen finnischen und deutschen Juristen schwer auszumachen. Ich habe in beiden Ländern viele gute Juristen kennengelernt, aber auch viele schlechte. Für Anwälte gilt das erst recht.
Für Noten interessiert sich in Finnland niemand – wenn Kanzleien Stellen ausschreiben, wollen sie von Bewerbern oft nicht einmal das Abschlusszeugnis sehen. Stattdessen kommt es vor allem auf die Arbeitserfahrung an. Studienbegleitende Praktika sind daher sehr wichtig – zumal es kein Referendariat gibt – und meist gut bezahlt.
Titel zählen nicht, an Forschung mangelt es
Deutsche lieben Titel – Finnen nicht. In der Regel promoviert nur, wer wirklich mit einer akademischen Karriere liebäugelt. Allerdings gibt es in Finnland auch keine Habilitation, die Promotion ist also der höchste akademische Grad und nimmt viel Zeit in Anspruch. Auf dem Arbeitsmarkt hat man davon nur Nachteile und lediglich eine Handvoll finnischer Rechtsanwälte sind daher Doktoren.
Nicht zuletzt wegen der geringen Zahl von Dissertationen fehlt es in vielen Rechtsgebieten an wissenschaftlicher Forschung – generell publizieren finnische Anwälte weniger als viele ihrer deutschen Kollegen. In der hiesigen Auslegungstradition haben denn auch Gesetzesbegründungen eine enorme Bedeutung, die klassische Methodenlehre spielt daneben kaum eine Rolle. Lehrbücher beschränken sich oft auf die fast wörtliche Wiedergabe von Regierungsvorlagen, daneben finden sich höchstens noch unkommentierte Kurzdarstellungen von Gerichtsentscheidungen. Fundierte Untersuchungen und sorgfältig herausgearbeitete abweichende Ansichten gibt es selten.
Auch in der juristischen Praxis ist oft eine gewisse Oberflächlichkeit der Argumentation bemerkbar. Vor allem fehlt es an jeglicher Systematik, selbst bei den höchsten Gerichten. Ist man deutsche Prüfungsschemata und den klaren systematischen Aufbau von Urteilen gewöhnt, kann das sehr irritierend ein. Andererseits ist das juristische Arbeiten freier und in vieler Hinsicht "ursprünglicher": Man muss weder streng dogmatisch vorgehen noch nach dem einen Urteil oder Zitat suchen, das die eigene Argumentation stützt – denn das gibt es oft gar nicht. Man argumentiert einfach.
Kein Anwaltsmonopol
In Finnland sind weder Rechtsberatung noch Prozessführung der Anwaltschaft vorbehalten. Wer nicht Rechtsanwalt ist, benötigt in Zivil- und Strafsachen allerdings in der Regel eine besondere Zulassung als Prozessvertreter. Einen Vertretungszwang wiederum kennt die finnische Rechtstradition nicht, jeder kann sich vor Gericht also grundsätzlich selbst vertreten. Nur ganz ausnahmsweise braucht man in bestimmten Verfahren vor dem höchsten Zivil- und Strafgericht einen Vertreter. Ein Verfassungsgericht gibt es in Finnland übrigens nicht.
Das Anbieten von Rechtsberatung unterliegt keinerlei Beschränkungen – selbst Nichtjuristen dürfen rechtlich beraten. Auf dem finnischen Markt gibt es daher außer Rechtsanwälten allerlei Akteure. Wenn Juristen nicht Kammermitglied werden möchten, hat das meist vor allem haftungsrechtliche Gründe: Rechtsanwälte haften stets persönlich, unabhängig von der Rechtsform ihrer Kanzlei. Mittlerweile gibt es sogar Wirtschaftskanzleien, deren Mitarbeiter keine Anwaltszulassung haben, und die den alteingesessenen Anwaltssozietäten Konkurrenz machen.
Weder Drucker noch Fax oder Festnetz
Kaum verwunderlich ist daher, dass es in Finnland pro Kopf weit weniger Anwälte gibt als in Deutschland. Auf 5,6 Millionen Einwohner kamen im letzten Jahr 2.400 Rechtsanwälte. Von diesen arbeitet ein Drittel in Kanzleien mit lediglich ein oder zwei Anwälten, ein weiteres Drittel wiederum in den zehn größten Sozietäten, die sich allesamt im Zentrum von Helsinki im Umkreis von wenigen hundert Metern finden. Bei den Neuzulassungen machen Frauen seit Jahren deutlich mehr als die Hälfte aus – 2024 waren es 62 Prozent. Die meisten Anwaltskanzleien – ob Einzelanwälte oder Sozietäten – sind Aktiengesellschaften. Holding-Modelle sind weit verbreitet, weil mit ihrer Hilfe Steuern vermieden werden können.
Finnen sind sehr technologieaffin. Faxgeräte und -nummern gibt es schon seit Ewigkeiten nicht mehr, und auch Festnetzanschlüsse nicht. Schriftsätze werden ausschließlich per E-Mail eingereicht, und seit einiger Zeit empfiehlt die Anwaltskammer offiziell Clouds statt lokalen Servern als Speichermedium. Zumindest in größeren Kanzleien wird viel KI eingesetzt, deren Entwicklung eher mit Interesse als mit Argwohn verfolgt wird.
Hohe Stundensätze, moderate Gehälter
Die Vergütungssätze von Rechtsanwälten sind in Finnland in keiner Weise vorgeschrieben und ein derart detaillierter Kodex wie das Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (RVG) samt zugehöriger Literatur und Rechtsprechung wäre hierzulande undenkbar. Gelegentlich werden mit Mandanten Pauschalen, meist aber Stundensätze vereinbart. Die variieren erheblich – in kleineren Kanzleien liegen sie meist zwischen 200 und 350 Euro, in Wirtschaftskanzleien reicht die Spanne von unter 300 bis über 800 Euro. Der Prozesskostenhilfe-Stundensatz beträgt 120 Euro, was die allermeisten Anwälte für viel zu niedrig halten.
Horrende Anwaltskosten sind in Finnland an der Tagesordnung. Gerade ging eine Verbraucherschutzsache durch die Presse, in der ein Rentner einen Energieversorger verklagt hat – Streitwert 606 Euro. Eine bekannte Helsinkier Sozietät vertritt das kommunale Unternehmen und hat im Prozess bisher 670.000 Euro (netto) Anwaltskosten geltend gemacht – laut Rechnung sind 1940 Stunden à 345 Euro angefallen.
Die Gehälter angestellter Rechtsanwälte sind im internationalen Vergleich dennoch eher moderat, vor allem bei großen Kanzleien. Typischerweise verdient man in Finnland auf Senior-Ebene das, was man in Deutschland oder England als Einsteiger bekommt – wobei man meist aber auch weniger arbeitet. Nach einer Erhebung des Juristenverbandes betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Juristen letztes Jahr 42,1 Stunden. Besonders aussagekräftig ist das indes nicht – die Arbeitszeiten variieren enorm, bei Anwälten je nach Praxisgruppe auch innerhalb derselben Kanzlei. Berufseinsteiger verdienen jedoch recht ordentlich – die meisten Kanzleien halten sich an die Empfehlung des Juristenverbandes, derzeit 4.840 Euro für Absolventen. Der Median-Monatslohn aller Juristen im Privatsektor betrug im letzten Jahr 6.400 Euro (ohne Boni). Übrigens gibt es in Finnland kein Steuergeheimnis. Jeder kann das Einkommen seines Nachbarn, eines Kollegen oder eines Konkurrenten – oder von wem auch immer – beim Finanzamt einsehen oder sogar am Telefon erfragen.
Der Frauenanteil in Kanzleien ist hoch – wegen des im Vergleich zu Deutschland sehr fortschrittlichen Kinderbetreuungssystems kehren junge Mütter in der Regel spätestens ein Jahr nach der Geburt des Nachwuchses an den Arbeitsplatz zurück, gelegentlich sogar früher. Nach wie vor sind Frauen in Anwaltskanzleien aber auf Partnerebene unterrepräsentiert – es liegt also beim Thema "Gleichberechtigung" auch in Finnland noch einiges im Argen.
Freizeit zählt
Eine Präsenzkultur gibt es an finnischen Arbeitsplätzen nicht – niemand bleibt möglichst lang im Büro, um zu zeigen, wie fleißig er ist. Man möchte bei der Arbeit möglichst effektiv sein, um am Nachmittag – wohlgemerkt nicht erst am Abend – so bald wie möglich nach Hause gehen zu können und Zeit für die Familie und Hobbies zu haben. Ganz allgemein gilt in Finnland "Mehr Sein als Schein" – man nimmt sich selbst nicht so wichtig und achtet andere. Vielleicht ist es die Lage Finnlands weit im Norden, an der Peripherie der Welt, die eine gewisse Demut lehrt.
*Quelle:
„LTO-Karriere“ ist ein Angebot der Wolters Kluwer Deutschland GmbH.
Anbieter im Sinne des Telemediengesetzes und des Rundfunkstaatsvertrags:
Wolters Kluwer Deutschland GmbH, Sitz der Gesellschaft: Wolters-Kluwer-Straße 1, 50354 Hürth
Seit fast 20 Jahren stagniert die finnische Wirtschaft an der gleichen Stelle. Und das macht Finnland ziemlich einzigartig.
Während Schweden, Dänemark und Deutschland nach der Finanzkrise von 2008 weiter gewachsen sind, ist Finnland ins Hintertreffen geraten und befindet sich nun auf dem Niveau eines durchschnittlichen Euro-Landes.
Matti Pohjola, emeritierter Professor der Aalto-Universität, hat in einem Bericht für den Jubiläumsfonds Sitra versucht, eine Erklärung für die wirtschaftliche Starrheit zu finden.
- Unsere Probleme lassen sich nicht durch die Finanzkrise erklären. Auch nicht durch den Niedergang von Nokia. Die Probleme liegen viel tiefer", sagt er.
Der wahre Schuldige ist die niedrige Gesamtproduktivität, was bedeutet, dass Arbeit und Kapital nicht effizient genutzt werden.
Ineffiziente finnische Unternehmen
"Der Unternehmenssektor ist der Motor der Wirtschaft, und im Moment ist der Motor schwach", erklärt Matti Pohjola.
In Schweden hat allein der Informations- und Kommunikationssektor in den letzten 10 Jahren so viel Wirtschaftswachstum erzeugt wie der gesamte Unternehmenssektor in Finnland. In Dänemark ist die Pharmaindustrie für mehr Wachstum verantwortlich als alle finnischen Unternehmen.
Pohjola ist der Ansicht, dass Finnland beim Strukturwandel von der Industrie zu den Dienstleistungen, der die Weltwirtschaft kennzeichnet, zurückgeblieben ist.
"Es sind nicht nur ein oder wenige Sektoren, die schwach sind. In Finnland hat sich die Mehrheit der Branchen in den letzten zehn Jahren negativ entwickelt.
Gesucht: Exportprodukte
Auch Finnland hat nicht viel Pech gehabt. Externe Schocks, wie die Coronavirus-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine, sind nicht der Grund für Finnlands Probleme.
Finnlands Exportmärkte sind genauso gewachsen wie die von Schweden, Dänemark und Deutschland. Aber Finnland fehlt es an erfolgreichen Exportprodukten.
Der Bericht unterstreicht, dass es keinen Grund gibt, auf Lösungen von außen zu warten.
Vertraute Lösungen
Finnland hat das Potenzial, den Negativtrend umzukehren, aber dies erfordert eine klare Ausrichtung auf die Verbesserung der Produktivität im Unternehmenssektor.
Zu den Vorschlägen von Matti Pohjola gehören die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die Förderung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte, die Deregulierung und Verstärkung des Wettbewerbs sowie die Anhebung des Bildungsniveaus.
Laut Pohjola besteht eines der größten Probleme Finnlands darin, dass wachsende Unternehmen in einem frühen Stadium veräußert werden. Wenn Unternehmen aus Finnland abwandern, begünstigt dies das BIP anderer Länder und nicht das finnische.
Finnland muss sich daher besser darum bemühen, dass Unternehmen wachsen und im Land bleiben. Und auch globale Unternehmen sollten die Möglichkeit haben, ihren Hauptsitz in Finnland einzurichten", sagt Pohjola.
"Viele Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Schweden, während Finnland sich mit lokalen Niederlassungen begnügen muss.
- Unser Problem ist, dass wir keine neuen, wachsenden Großunternehmen mit Hauptsitz in Finnland haben. Die größten Investitionen in Datenzentren in Finnland sind beispielsweise in ausländischem Besitz. Finnland müsste die gesamte Wertschöpfung in sein Bruttoinlandsprodukt einfließen lassen.
Quelle: Hufudstadsbladet 4.3.2025
https://nw-ihk.de/2021/04/finnland-botschafterin-interview/
Nachdem bereits 2017 das Gilde-Vorstandsmitglied Ulrich Petersen mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Löwen von Finnland ausgezeichnet worden war, haben nunmehr zwei weitere Mitglieder der Finnisch-Deutschen Handelsgilde zu Hannover eine entsprechende Ehrung durch den finnischen Staat erfahren:
Der finnische Honorarkonsul Dr. Heiner Feldhaus – in dieser Funktion zugleich Schirmherr der Finnisch-Deutschen Handelsgilde zu Hannover – vor allem für seine langjährigen Verdienste um die Förderung der finnisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Unternehmerin Maire Härkönen-Schwab, die seit über 20 Jahren mit ihrer Firma Kalevala-Spirit und ihren Finnischen Weih-nachtsdörfern authentisch finnische Kultur und finnische Lebensart in Deutschland vermittelt. Zusätzlich hat Frau Härkönen-Schwab auch in diesem Jahr eine Goldmedaille als Anerkennung und Wertschätzung vom finnischen Unternehmerverband (Suomen Yrittäjät) bekommen.
Für die Wahrnehmbarkeit kleiner Staaten wie Finnland im internationalen Wettbewerb sind solchermaßen besonders engagierte Menschen unverzichtbar. Wir gratulieren beiden Gildemitgliedern ganz herzlich zu ihrer Auszeichnung und freuen uns mit ihnen.
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