Außenhandelsbericht Niedersachsen-Finnland 2025

 Weltwirtschaftliche Lage zum Jahreswechsel 2025/2026

 

Die globale Konjunktur zum Jahreswechsel 2025/2026 ist geprägt von moderatem Wachstum, hoher geopolitischer Unsicherheit und einer geldpolitischen Normalisierung in vielen Volkswirtschaften. Die globalen Rahmenbedingungen sind durch Wachstum einerseits und Unsicherheit andererseits geprägt:

 

Die Weltwirtschaft wächst 2026 nur solide, sofern keine (weiteren) eskalierenden (Handels-)Konflikte entstehen. Allein die Unsicherheit darüber – wie z.B. der immer noch anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine, der Konflikt USA/Israel mit dem Iran oder die erratische Zollpolitik eines besonders wichtigen Handelspartners - bremst Handel und Investitionsbereitschaft der Internationalen Wirtschaft spürbar.  Die Normalisierung der Geldpolitik wirkt hingegen stabilisierend, insbesondere in fortgeschrittenen Volkswirtschaften. 

 

Exportorientierte Länder wie Deutschland werden durch protektionistische Tendenzen stark getroffen. Beschränkungen im freien Welthandel durch Sperrung wichtiger Seehandelsrouten zeigen die Verletzlichkeit bei Rohstoffzufuhr und internationaler Arbeitsteilung. Die globale Blockbildung zwingt Europa zunehmend zu eigener wirtschaftlicher und handelspolitischer Positionierung.

 

Vor diesem Hintergrund ist derzeit die konjunkturelle Ausgangslage in Deutschland als suboptimal einzuschätzen: Das deutsche BIP wuchs 2025 nur leicht um 0,2 %. Für 2026 erwartet die Bundesbank ein Wachstum von rund 0,6 %. Die Stimmung in Wirtschaft und Haushalten bleibt gedämpft, zumal auch vom Außenhandel 2026 kein großer Wachstumsbeitrag zu erwarten ist. Deutschlands exportorientiertes Modell zeigt strukturelle Risse: Zunehmende Abschottung des US Marktes, stärkere Konkurrenz aus China und den Schwellenländern, Investitionszurückhaltung bei fehlenden Produktivitätsfortschritten, Innovationsschwäche und permanenten Kostensteigerungen - dazu Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie, fehlende Strukturreformen in wichtigen öffentlichen Bereichen.

 

Ab 2026 wirken zwar höhere Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur in gewisser Weise „wachstumsstabilisierend“. Die Bundesbank erwartet daher bis 2028 einen kumulierten BIP Impuls von 1,3 Prozentpunkten. Gleichzeitig steigen jedoch Defizit- und Schuldenquote deutlich. Letztmalig 2019 (!) hat die Bundesregierung in nennenswertem Umfang (d.h. netto) Schulden getilgt!

 

Die Inflation fiel im Dezember 2025 auf 1,8 % und dürfte 2026 um oder leicht unter 2 % liegen. Der private Konsum bleibt jedoch verhalten, belastet durch Unsicherheit und schwache Reallohnzuwächse. Nach mehreren Minusjahren sollen die Anlageinvestitionen 2026 hingegen wieder deutlich steigen. Besonders Bauinvestitionen zeigen eine Trendwende. 

 

Extern muss Deutschland und die deutsche Wirtschaft ihre Abhängigkeit vom bisherigen „Exportüberschussmodell“ und von monopolistischen Rohstoffquellen verringern - d.h. den Aufbau und Festigung möglichst vieler ausgeglichener Handelsbeziehungen sowie Kooperationen mit möglichst vielen verlässlichen internationalen Partnern auf den verschiedensten Ebenen anstreben. Intern sind  Produktivitätssteigerungen, Innovationsförderung, Modernisierung der Infrastruktur sowie Reformen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich dringend notwendig.

 

 

Außenhandel Deutschland 2025: steigend

Vor diesem Hintergrund ist - vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom 28.03.2026 zufolge - der  Wiederanstieg der deutschen Ausfuhren 2025 auf 1.563.965 Mio. EUR (+ 0,9%) und der deutschen Einfuhren 2025 auf 1.362.315 Mio. EUR (+4,3%) eine insgesamt positive Entwicklung. Dabei stieg das Außenhandelsvolumen 2025 insgesamt auf 2.926.279 Mio. EUR (+2,5%), der Außenhandelsüberschuss 2025 sank gegenüber dem Vorjahr allerdings massiv auf 201.650 Mio. EUR (-17 %).

 

Handel Deutschlands mit Finnland: leicht rückläufig

Die deutschen Ausfuhren nach Finnland stiegen nach spürbaren Einbrüchen 2023 und 2024 im vergangenen Jahr auf 11.387 Mio. EUR (+ 4,7%) während die Einfuhren aus Finnland  auf 8.284 Mio. EUR sanken (- 12,7 %). Insgesamt reduzierte sich das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten damit auf 19.671 Mio. EUR (- 3,37 %), der Außenhandelsüberschuss mit Finnland stieg auf 3.103  Mio. EUR. Im „Umsatzranking“ der internationalen Handelspartner Deutschlands belegt Finnland damit nur noch Platz 31 (Vorjahr: 28). Umgekehrt war Daten der Finnischen Zollverwaltung zufolge Deutschland auch 2025 das größte Importland, Schweden das größte Exportland für Finnland.

 

Außenhandel Niedersachsen Finnland: rückläufig – Niedersachsen seit 2020 im Defizit

Der Außenhandelsumsatz des Landes Niedersachsen speziell mit Finnland fiel den vorläufigen Zahlen  des Statistischen Bundesamtes zufolge gegenüber dem Vorjahr von 1.963,7 Mio. EUR auf 1.804,1 Mio. EUR (-8,1 %): Die Ausfuhren nach Finnland sanken von 903.441 Tsd. EUR auf 879.137 Tsd. EUR und die Einfuhren aus Finnland von 1.060.231 Tsd. EUR  auf 924.919 Tsd. EUR. Im Ergebnis verzeichnete damit die Handelsbilanz Niedersachsens mit Finnland seit 2020 ununterbrochen ein niedersächsisches Defizit.

 

Haupthandelsgüter: Wir können vor allem Autos, Finnland Metall und Papier

Zu den Haupthandelsgütern zwischen Niedersachsen und Finnland gehören auf der Ausfuhrseite mit 245.298 Tsd. EUR Kraftwagen und Kraftwagenteile (Vorjahr: 215.473 Tsd. EUR), gefolgt von Nahrungsmitteln und Futtermitteln 126.562 Tsd. EUR (Vorjahr: 151.411 Tsd. EUR) sowie Chemischen Erzeugnissen 118.727 Tsd. EUR (Vorjahr 132.926 Tsd. EUR). Auf der Einfuhrseite dominieren Metalle (260.159 Tsd. EUR), Papier, Pappe und Waren daraus (142.442 Tsd. EUR), chemische Erzeugnisse 81.454 Tsd. EUR), sowie Holz- und Holzwaren (76.633 Tsd. EUR).

 

Ranking: Niedersachsen nicht auf dem Treppchen

Im Handelsumsatz mit Finnland liegt das Land NRW unter den Bundesländern seit Jahren an der Spitze vor Baden-Württemberg und Bayern – mit deutlichem Abstand gefolgt von Niedersachsen auf  Platz 4.

 

 

 


Der Außenhandel mit Finnland zur Jahresmitte 2025

 

Finnland ist für Deutschland ein im internationalen Vergleich kleiner, aber über die Jahre hinweg solider und verlässlicher Handelspartner. Umgekehrt zählt Deutschland für Finnland seit Jahren weltweit zu den wichtigsten Handelspartnern. Nach vorläufigen Daten der finnischen Zollverwaltung war Deutschland im 1. Halbjahr 2025 mit 14,1 % wieder einmal größter Importpartner Finnlands, gefolgt von Schweden (12,0 %). Der Wert der Importe aus Deutschland sank jedoch um 1,3 Prozent, der aus Schweden um 3,9% Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Der Wert der finnischen Exporte nach Deutschland sank um 19,2 %.

 

Außenhandel Bundesrepublik Deutschland

 

Der deutsche Außenhandel weltweit kommt langsam wieder in Schwung: Der Außenhandelsumsatz stieg – vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge - im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum von 1.440.351.954 Tsd. EUR auf 1.468.068.579 Tsd. EUR (+1,9 %)

Dabei lagen die Ausfuhren mit 786.020.814 (-0,13 %) wieder deutlich über den Einfuhren mit 682.047.765 Tsd. EUR (+4,4 %).  

 

Auch der Handelsaustausch Deutschlands mit Finnland ist durch einen Ausfuhrüberschuss geprägt. Er verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 mit Ausfuhren von 5.594.565 Tsd. EUR  (+ 0,87%) und Einfuhren von 4.053.167(-16,67%) insgesamt aber wieder einen Rückgang: Mit einem Gesamtvolumen von 9.647.732 Tsd. EUR lag er um 7,32 % unter dem Vorjahresvergleichswert und damit sogar unter dem Halbjahresergebnis des Corona-Krisenjahres 2021 (damals 9.835.945 Tsd. EUR).

 

Niedersachsen - Finnland

Zwischen Niedersachsen und Finnland erreichte der Außenhandel vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge im ersten Halbjahr 2025 ein Volumen von insgesamt 903.532 Tsd. EUR. Er lag damit – bei gestiegenen Ausfuhren nach und sinkenden Einfuhren aus Finnland „nur“ um 5,06 % unter dem Vorjahresvergleichszeitraum. Im Ranking der Bundesländer verharrt Niedersachsen beim Handel mit Finnland im ersten Halbjahr 2025 bereits seit Längerem nur noch auf dem vierten Platz hinter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern.

 

Zu den Haupthandelsgütern gehören nach wie vor Metalle, Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, Papier/Pappe/Waren daraus sowie Chemische Erzeugnisse.

Auf der Ausfuhrseite  dominieren Kraftwagen/Kraftwagenteile sowie Nahrungs- und Futtermittel, auf der Einfuhrseite Metalle sowie Papier/Pappe/Waren daraus.

 

 

 

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Aussenhandel Niedersachsen- Finnland, 1.Hj. 2025
Aus- und Einfuhr (Außenhandel): Bundesländer, Monate, Länder ( mit Tabelle)
AH 2025 1. Hj Text für Internetseite Sep
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Der Außenhandel mit Finnland

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Außenhandel Export deutscher Waren auch 2024 gesunken
Deutschlands Exporteure haben – vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge - das Jahr 2024 mit einem Minus abgeschlossen. Waren "Made in Germany" im Gesamtwert von 1.556 Mrd. Euro wurden im vergangenen Jahr ins Ausland geliefert und damit 1,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Noch stärker sanken die Einfuhren nach Deutschland - mit einem Minus von 3 Prozent auf 1.316,9 Mrd. Euro.
AH 2024 Gesamtjahr - Bericht an die Mitg
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zur Jahresmitte 2024

 

Die Exporte der deutschen Wirtschaft sind im 1. Halbjahr 2024 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 1,6 % auf 801,7 Milliarden Euro gesunken. Nach Deutschland importiert wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 insgesamt Waren im Wert von 662,8 Milliarden Euro. Das waren 6,2 % weniger als im 1. Halbjahr 2023. Der Außenhandelssaldo (Exporte minus Importe) Deutschlands lag im 1. Halbjahr 2024 bei +138,8 Milliarden Euro und damit um 28,7 % höher als im 1. Halbjahr 2023 (+107,9 Milliarden Euro), der Außenhandelsumsatz insgesamt sank aber um 57 Milliarden € bzw. 3,7 % auf 1.464 Milliarden. € (Vorjahresvergleichszeitraum: 1.521 Milliarden €). Für den deutsch-finnischen Außenhandel bedeutet dies konkret einen Rückgang bei den Ausfuhren von 6,2 Milliarden € auf 5,7 Milliarden € (-8,7%), bei den Einfuhren von 4,9 Milliarden € auf 4,4 Milliarden € (-9,9%) und beim Umsatz von 11,2 auf 10,1 Milliarden € (-9,3%).

 

Entsprechend deutlich mussten die Bundesländer im Außenhandel zurückstecken (um 57 Milliarden. €  bzw. 3,7 %) -  speziell im Handel mit Finnland sogar um 9,3 % bzw. 1.033.568 Tsd. €. 

Hier verzeichnete Niedersachsen mit einem Rückgang des Außenhandelsumsatzes mit Finnland um 11,9 % ein überdurchschnittlich schlechtes Ergebnis, wobei die Ein- und Ausfuhren sehr unterschiedlich deutlich sanken: Ausfuhren -5,8%, Einfuhren – 16,3 %).  Im Ergebnis belegt Niedersachsen im Länderranking derzeit weiterhin nur noch Platz 4 hinter Nordrhein-Westfalen, Baden Württemberg und Bayern.

 

Haupthandelsgüter zwischen Niedersachsen und Finnland waren bei den Ausfuhren nach Finnland Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile während aus Finnland  hauptsächlich Kraftwage/Kraftwagenteile und Metalle eingeführt wurden.